Praxis Dr. Harald Schneider Pneumologie Allergologie
Praxis Dr. Harald SchneiderPneumologie       Allergologie

Spektrum Allergologie 

Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Derzeitig wird mit einem Allergikeranteil von 30 % der Bevölkerung gerechnet. Allein die Häufigkeit des allergischen Schnupfens bzw. des Asthma bronchiale hat in der Zeit von 1964 bis 1989 von 4 % auf 12 % zugenommen.

Die Diagnostik einer Typ-I-Allergie (Allergie mit schnell auftretenden Beschwerden z.B. Heuschnupfen oder Asthma bronchiale) umfasst vier Schritte, die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig ergänzen:


1. Anamnese (Vorgeschichte des Patienten),

2. Hauttestung,

3. In-vitro-Allergie-Diagnostik (Laboruntersuchungen),

4. Provokationstests


Wesentliche Grundlage der Allergiediagnostik ist die Erhebung der Vorgeschichte des Patienten. Hinweise für eine allergische Erkrankung können zum Beispiel sein: Auftreten der Beschwerden bei Pollenflug, Tierkontakten, Schimmelpilzbelastung, nach dem Essen bestimmter Nahrungsmittel, Besserung bei Milieuwechsel, positive Familienanamnese usw.

Hauttests:

Prick-Test: Hier wird ein Tropfen des Allergen-Extraktes auf die Haut aufgetragen und mit einer Lanzette kurz angestochen. Das Ablesen des Tests erfolgt nach 20 Minuten.

Typische Testextrakte sind Pollen (Gräser, Bäume, Kräuter), Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Nahrungsmittel. Seltener untersucht man auf Latex, Farb- und Konservierungsstoffe, Bienen- und Wespengift.


Intracutantest:     Die empfindlichste Form der Hauttestung ist der Intracutantest (mehr als 1000mal empfindlicher als der Pricktest). Der Intracutantest sollte deshalb in der Regel erst durchgeführt werden , wenn der Prick-Test negativ ist. Die Testlösungen sind meist mehr als 100 mal stärker verdünnt als beim Pricktest.

Laboruntersuchungen ergänzen die Untersuchungsergebnisse und stellen einen weiteren wichtigen Baustein in der Diagnostik dar.

Provokationstest:

 
Nasale Provokation:

Bei der nasalen Provokation wird durch Aufbringen eines Allergens auf die Nasenschleimhaut eine allergische Reaktion vom Sofort- oder Spättyp ausgelöst. Dieser Test sollte immer dann durchgeführt werden, wenn Diskrepanzen in den Ergebnissen der sonstigen Allergiediagnostik auftreten.

Nach der nasalen Provokation können subjektive Symptome (Schnupfen, Niesreiz, Juckreiz) oder selten Fernsymptome wie Asthma, Augenjucken, Nesselsucht , Jucken im Nasen-Rachenraum etc. auftreten.

 

 

Spezielle allergologische Krankheitsbilder:
 

Nahrungsmittelallergien:

Nahrungsmittelallergien treten zunehmend in das Interesse der Öffentlichkeit, auch wenn diese nicht so häufig auftreten, wie viele Menschen vermuten. Tatsächlich dürfte die  Häufigkeit echter allergischer Reaktionen bei 1 - 2 % liegen. Bei Pollenallergikern sind pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien (Kreuzallergien) hingegen relativ häufig.

Diagnostische Möglichkeiten bei Nahrungsmittelallergien:
Anamnese, Nahrungsmittel-Symptom-Tagebuch, Laboruntersuchungen, Hauttests, orale Provokation, eventuell gastrointestinale Provokation.

Klinische Symptome bei Nahrungsmittelallergien können sein:

Lippen-, Gaumen- und Rachenschwellungen, Ohrenschmerzen, Juckreiz, Schwindel, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gastroenteritis mit Durchfällen, Nesselsucht, Quincke Ödem, Asthma bronchiale, allergischer Schnupfen, allergischer Schock, Gelenkbeschwerden, Verschlechterung von Hautekzemen, Kopfschmerzen.

 

 

 

 

Insektengiftallergien:

 


Insektenstiche gehören zu den häufigsten Auslösern eines tödlichen anaphylaktischen Schocks. In den Vereinigten Staaten reagieren ca. 0.8 % der Bevölkerung auf die Gifte von Bienen, Wespen und Hornissen mit allergischen Allgemeinreaktionen. Man rechnet dort mit ca. 50 Todesfällen pro Jahr. Die meisten Reaktionen entstehen auf dem Boden einer Sensibilisierung durch wiederholte Insektenstiche. So sind bestimmte Personengruppen besonders gefährdet (z.B. Verkäuferinnen von süßen Backwaren ).

Wer unter einer Insektengiftallergie leidet, sollte immer ein "Notfallset" (Adrenalin, Steroide, Antihistaminika) und einen Allergiepass bei sich tragen. Die Erfolgsaussichten einer spezifischen Hyposensibilisierung sind sehr gut. 

 

 

 

 

Berufsbedingte Atemwegsallergien vom Soforttyp:


 

Das allergische und (viel seltener) das chemisch induzierte berufsbedingte Asthma sind häufige Berufserkrankungen. Die weitaus häufigste Ursache dafür ist in ca. 80 % der Fälle eine Sensibilisierung gegen Mehlstaub.

Mögliche Ursachen des Berufsasthmas:

        -  Allergene tierischer Herkunft (Säugetiere, Vögel, Insekten),
        -  Allergene pflanzlicher Herkunft (Mehle, Pollen, Latex, pflanzliche Enzyme, Proteasen,

                 Amylasen),
        -  Allergene chemischer Herkunft (Säureanhydride, Isozyanate, Antibiotikastäube,

                 Platinsalze).

 

Latex-Allergie

 

Allergien auf Latex sind gar nicht so selten. Etwas 2 % der Gesamtbevölkerung leiden an einer Sensibilisierung gegen Natur-Latex. Der Anteil von Latexallergien bei Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt zwischen 5 - 17 %.  

 

Latex kommt jedoch auch in vielen Gegenständen des täglichen Bedarfs vor  (z.B.  Luftballons, Gummibänder, Kondome und Pessare, Luftmatratzen, Naturlatexmatratzen, Wärmflaschen, Haushaltshandschuhe usw.).


Latex-Allergiker sollten stets einen Allergiepass mitführen !

Hyposensibilisierung

 

Das Meiden der auslösenden Allergene stellt die effektivste therapeutische Maßnahme dar, leider ist das nur selten möglich. Die medikamentöse Behandlung der akuten Symptome ist ein unverzichtbarer Bestandeil der Allergentherapie.

 

Die "Hyposensibilierung" versucht den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen, durch diese Therapie kann bei geeigneten Patienten häufig eine asthmatische Erkrankung verhindert werden. Diese Therapie dauert im Normalfall 3 – 5 Jahre (nach Erreichen der Zieldosis erhält der Patient alle 4 Wochen eine Spritze in den Oberarm).

 

Die Entscheidung zur Durchführung einer Hyposensibilisierung muß sehr sorgfältig getroffen werden und ist stets eine individuelle Entscheidung. Diese Therapie kann auch bei Kindern durchgeführt werden. 

Wir sind für Sie da

 

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